Spielberichte - Archiv 2021

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Handball Landesliga Frauen

HSG Albstadt – VfL Nagold 21:20 (16:8)

Mit einer knappen Niederlage starteten die Nagolder Handballerinnen in die Landesliga-Saison. Dabei bewies der VfL Nagold in der zweiten Hälfte des Spiels echte Comeback-Qualitäten. Eine Eigenschaft, auf die Coach Markus Renz sicher gut aufbauen kann. Dass die Trauben in der Landesliga deutlich höher hängen würden als in der Bezirksliga, das war den VfL-Frauen durchaus bewusst. So erwies sich die HSG Albstadt als der erwartet schwere Gegner. In der ersten Hälfte verkauften sich allerdings die Nagolder Handballerinnen auch deutlich unter Wert. Die Nervosität war zwar beiden Teams anzumerken, der VfL Nagold allerdings brauchte nahezu die gesamte erste Hälfte, um sie abzulegen. In den ersten Minuten konnte man noch mit dem Gegner mithalten. Die Abwehr arbeitete da solide. Im Angriff hatte Nagold allerdings des öfteren etwas Wurfpech. Nach 15 Minuten stand es noch 6:6. Danach begann beim VfL Nagold eine unerklärliche Schwächephase. Statt weiter selbstbewusst mitzuspielen, offenbarten sich plötzlich Probleme in der Abwehr, vor allem beim schnellen Konterspiel der Gegnerinnen. Innerhalb von fünf Minuten eilte die HSG Albstadt auf 10:6 davon. Coach Markus Renz versuchte nach 20 Minuten mit einer Auszeit gegenzusteuern. Vergeblich. Albstadt dominierte das Spiel nun klar und zog in Windeseile davon. Mit einem Acht-Tore-Rückstand aus Nagolder Sicht ging es schließlich beim Stand von 16:8 in die Pause. Und dem VfL drohte zum Saisonstart eine echte Klatsche.

In der zweiten Hälfte zeigte das Nagolder Frauenteam dann unglaubliche Comeback-Qualitäten. „Der Rückstand hat uns nicht beeindruckt. Das muss man absolut positiv erwähnen“, analysiert Markus Renz. Nun begann der VfL Nagold imposant aufzuspielen. Zug um Zug gelang es, den Rückstand zu verkleinern. Die Abwehr stand jetzt gut, vor allem in den letzten 15 Minuten des Spiels gab es für die HSG Albstadt kaum mehr ein Durchkommen. Nagold dagegen hatte zwar auch in Halbzeit zwei dann und wann Wurfpech, doch das Angriffsspiel sah nun weit geschmeidiger aus, und die Trefferquote war deutlich höher. Und so kam der VfL Nagold wieder ganz eng an den Gegner heran.

Vier Minuten vor dem Ende netzte Alisa Kübler von rechts außen zum 19:21 aus Nagolder Sicht ein, Aileen Hofmann gelang dann in der 58. Minute gar noch der Anschlusstreffer für den VfL zum 20:21. In ihrem letzten Angriff trafen die Nagolderinnen allerdings nicht, so dass die Partie letztlich verloren ging. Dennoch dürften die Nagolderinnen aus der Art und Weise, wie sie in der zweiten Hälfte aufspielten, einiges an Selbstbewusstsein mitnehmen. Mit 12:5 entschied man Hälfte zwei deutlich für sich. Das ist denn auch Coach Markus Renz wichtig festzustellen: „Der Spielstand war am Ende natürlich bitter, aber trotzdem war das eine starke Leistung der Mädels, wie sie sich aus einem Acht-Tore-Rückstand wieder herausgekämpft haben.“ Der VfL Coach ist nach dieser zweiten Hälfte jedenfalls fest davon überzeugt: „Vor den kommenden Gegnern braucht sich diese Mannschaft nicht zu verstecken.“

VfL Nagold: Denisa Ioana Ciornei im Tor, Annette Maser (1), Sophie Reime (2), Alena Wolf (3), Sarah Kunz, Madeleine Österlen, Luisa Harr, Iva Buric (5/4), Alisa Kübler (4), Marlen Dengler (1), Tirza Theurer, Aline Rau (1) und Aileen Hofmann (3/1).

BU1 Alisa: Mit vier Feldtoren war Rechtsaußen Alisa Kübler eine der treffsichersten Spielerinnen des VfL Nagold. Foto: Hofmann

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SG Nebringen/Reusten – VfL Nagold (Samstag, 20 Uhr)

Eine Woche nach dem überragenden Saisoneinstand mit dem 33:17 gegen den TSV Altensteig II wollen die Bezirksliga-Handballer des VfL Nagold ihre Frühform mit einem Sieg in der Nebringer Sporthalle dokumentieren.

Der fulminante Heimerfolg beim Saisonauftakt in der Bezirksliga sorgt beim VfL Nagold natürlich für Selbstvertrauen. In der Nebringer Sporthalle können die Gäste am Samstag,25. September, durchaus mit breiter Brust auflaufen, auch weil die Hausherren nach der 22:29-Niederlage in Calw bereits etwas unter Erfolgsdruck stehen dürften.

Der Nagolder Trainer Emanuel Sonnenwald will den Derby-Erfolg gegen die zweite Garnitur aus Altensteig nicht zu hoch bewerten. Immerhin war der Gegner nicht in Bestbesetzung aufgelaufen, und der Aufsteiger aus Nagold hatte obendrein einen Sahnetag erwischt. »Das war jetzt für mich noch kein Maßstab«, macht der VfL-Coach deutlich, dass er in Nebringen mit einem ganz anderen Spiel rechnet. Dort stehen sich dann zudem zwei Mannschaften gegenüber, die das leidige Harzverbot in ihren Hallen gleichermaßen gewohnt sind – im Gegensatz zum TSV Altensteig II.

Gleichzeitig hatte Emanuel Sonnenwald aber in Sachen Spieltechnik und Ballsicherheit echte Fortschritte in seinem Team gesehen. Zudem stimmte die Einstellung der Spieler. Jetzt müsse die Mannschaft die Euphorie aus dem ersten Spiel mitnehmen. Personell können die Nagolder erneut aus dem Vollen schöpfen.

(Uwe Priestersbach)

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HSG Albstadt – VfL Nagold

Samstag, 25. September, 17.45 Uhr, Mazmannhalle Ebingen

Der Nagolder Handballerinnen starten am Samstag, 25. September mit einem Auswärtsspiel in die Landesligasaison 2021/2022. Nach dem frühen coronabedingten Abbruch der vergangenen, ist es für den Aufsteiger faktisch erneut ein Start mit vielen Unbekannten. Die größte dürfte diesen Samstag der Gegner selbst sein.

In der Mazmannhalle in Ebingen treffen die Nagolder Frauen auf die HSG Albstadt – einem erfahrenen Landesligisten. Viel mehr weiß man beim VfL nicht über das Team. Schließlich ist Nagold neu in der Landesliga. Hat in der alten, früh abgebrochenen Saison nur zwei Spiele absolviert. Und auch aus den Bezirksligazeiten und Testspielen kennt man nur etwa die Hälfte der Teams der Landesliga Staffel 3.

Die HSG Albstadt gehört nicht dazu. Eine gestandene Landesliga-Mannschaft mit einer wahrscheinlich harten Abwehr – so sind die Erwartungen von VfL-Coach Markus Renz. Vergangene Woche startete das Team von der Alb mit einer recht deutlichen Niederlage beim TB Neuffen in die Saison. Mit 26:17 unterlagen die Albstädter da. Umso gieriger werden sie auf einen Sieg gegen den Aufsteiger aus Nagold sein. „Die werden sicher alles tun, um ihr erstes Heimspiel zu gewinnen“, ist Markus Renz überzeugt.

Angesichts der wenigen Kenntnisse über den Gegner macht der Nagolder Trainer deutlich: „Wir werden uns auf uns selbst konzentrieren müssen“. Denn Albstadt sei nunmal ein „komplett unbekannter Gegner“. Von seinen VfL-Frauen erwartet Renz, dass die Einstellung stimmt und die Zahl der technischen Fehler möglichst gering gehalten wird. Renz weiter: „Dann bin ich überzeugt, dass wir eine Chance haben“ ¬ - egal gegen welchen Gegner es in der Landesliga gehe.

Kadertechnisch steht der VfL Nagold gut da: Alle sind an Bord, niemand hat sich in der Vorbereitung verletzt – wohl auch ein Zeichen, dass die vielen Online-Trainingseinheiten während des Corona-Lockdowns nicht umsonst waren. Nicht ganz zufrieden ist der VfL-Coach allerdings mit der Beteiligung an der Vorbereitung. „Ich glaube, da wäre bei einigen noch mehr drin gewesen“, kritisiert Renz die Trainingsbeteiligung als „etwas zu schwach“.

Fleißig war man trotzdem. In den gesamten Sommerferien stand die Bächlenhalle als Trainingsstätte zur Verfügung. Mit bis zu vier Trainingseinheiten in der Woche und einem intensiven Trainingswochenende bereiteten sich die Nagolder Handballerinnen vor. Sechs Trainingsspiele hat das Landesligateam in den vergangenen Wochen zudem absolviert. „Da waren immer auch positive Ansätze zu sehen“, sagt der VfL-Coach. Die Ergebnisse standen für ihn da klar im Hintergrund. Vielmehr gehe es nun darum, die positiven Dinge „über 60 Minuten auf die Platte“ zu bringen.

BU: Alena Wolf gehört auf der Halbposition zu den absoluten Leistungsträgern beim VfL Nagold. Foto: Hofmann

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+++Frauen 2 starten mit Kantersieg+++

VfL Nagold 2 - TSG Reutlingen 2 30:9

Erstmals hat der VfL Nagold eine zweite Frauenmannschaft gemeldet. Umso erfreulicher, dass das Premierenspiel mehr als geglückt ist.

Dass unsere Zweite kein einziges Testspiel vor ihrer Premierensaison absolviert hatte, konnte man angesichts der gezeigten Leistung im Spiel gegen die TSG Reutlingen 2 kaum glauben. Von Anfang an dominierten die Nagolder Frauen das Geschehen in der Bächlenhalle. Die zu erwartenden kleineren Abstimmungsprobleme waren nach wenigen Minuten kaum noch zu entdecken. Vor allem in der Abwehr zeigte das sehr junge Team eine bereits sehr ansprechende Leistung. Und im Angriff überzeugten die Spielerinnen mit Spielwitz und Druck. Coach Alexander Sehl konnte so nahezu entspannt dem Treiben seines Teams zuschauen. Ein schönes Zeichen der Verbundenheit übrigens: Markus Renz, Trainer des Frauen-Landesligateams, stand Sehl als Co zur Seite.

Welche Qualität in dem Team steckt, zeigte sich auch daran, dass nahezu alle Spielerinnen trafen und zwar aus allen Positionen. Überraschend groß war auch der 14 Sportlerinnen umfassende Kader, der Sehl zur Verfügung stand. In erster Linie setzt sich das Team aus jungen Spielerinnen im A-Jugendalter und den jüngsten Aktiven-Spielerinnen des Landesligateams zusammen. Zudem stehen erfahrene Handballerinnen, die künftig etwas kürzer treten wollen, den jungen Spielerinnen zur Seite.

Die Mischung überzeugte jedenfalls. Und letztlich landete der VfL Nagold 2 einen 30:9-Kantersieg, wie ihn selbst die optimistischsten Fans nicht erwarten konnten.

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+++Männer gewinnen das Derby+++

VfL Nagold - TSV Altensteig 2 33:17 (16:6)
Mit einem überraschend deutlichen Kantersieg gegen den TSV Altensteig 2 startete der VfL Nagold in die neue Bezirksliga-Saison. Viele der rund 150 Zuschauer in der Nagolder Bächlenhalle rieben sich bereits nach wenigen Minuten verwundert die Augen: Während der VfL Nagold einen Auftakt nach Maß hinlegte, agierte die zweite Altensteiger Garnitur nach der langen Spielpause noch ohne Biss.

Als der Nagolder Neuzugang Benjamin Horn beim 4:0 (8.) seinen zweiten von insgesamt acht Treffern erzielte, war bei den Gästen die erste Auszeit fällig. Davon unbeirrt legte die VfL-Sieben weiter vor und Jonas Rink traf zum 7:0 (16.). Zwischenzeitlich war Micha Neumann in die Rolle des Spielertrainers geschlüpft – und erzielte beim 1:7 (16.) den ersten Altensteiger Treffer. Doch der VfL Nagold war an diesem Abend nicht zu bremsen: Tobias Karl erhöhte auf 10:3 (21.) und beim 16:6 ging es in die Kabinen.

Im zweiten Durchgang bauten die Hausherren ihre Führung weiter aus, wobei es ihnen die TSV-Abwehr vergleichsweise leicht machte. So stieg Benjamin Horn unbedrängt zum 23:9 (38.) hoch, Ionut Caciuc traf per Siebenmeter zum 27:11 (46.) – und als Neuzugang Horn mit einem Doppelschlag das 33:16 erzielt hatte, war die Messe in der Bächlenhalle gelesen.

Richtig zufrieden zeigte sich der neue Nagolder Trainer, dessen Handschrift beim Saisonauftakt bereits sichtbar wurde. »Die Vorgaben wurden perfekt umgesetzt«, so Emanuel Sonnenwald mit Blick auf eine gute Wurfquote und wenige technische Fehler. Allerdings trat der VfL-Coach zugleich etwas auf die Euphorie-Bremse, nachdem die Altensteiger mit einem stark dezimierten Team aufgetreten waren. Wie dieser Sieg einzuordnen ist, werde sich erst in den kommenden Wochen zeigen, so Sonnenwald. »Wir waren heute chancenlos«, räumte der Altensteiger Trainer Micha Neumann ein. Die personellen Ausfälle oder das Harzverbot in der Bächlenhalle wollte er allerdings nicht als Ausrede gelten lassen. »Wir hatten trotzdem genug Potenzial«, machte er nach dem Spiel deutlich. Doch sei die TSV-Sieben von Anfang an nicht reingekommen – und für ihn und Dino Racki ist klar: »Wir müssen eine aggressivere Abwehr stellen«. (Text: Uwe Priestersbach)

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Es war eine eigentlich gewöhnliche Versammlung – nur eben in einer ungewöhnlichen Zeit. Die Handballer des VfL Nagold nutzten die aktuell vergleichsweise lockeren Pandemieregelungen, um Bilanz zu ziehen. Dabei musste gleich auf zwei Jahre zurückgeblickt werden. Noch zwei Wochen, dann startet bei den Handballern in Nagold die Saison wieder - mit einem Heimspieltag am 18. September. Und eben solch einen Heimspieltag mit jeder Menge Fans auf den Rängen, mit nachmittäglichen Jugendspielen und am Abend dann den Spielen der Aktiven-Mannschaften, hat man beim VfL Nagold jetzt seit fast einem Jahr nicht mehr erlebt. Wie wohl jeder andere Verein auch, hatte auch die zweitgrößte Abteilung des VfL Nagold kräftig unter der Coronapandemie zu leiden. Zum einen finanziell, wie sich auch beim Kassenbericht offenbarte, vor allem aber auch im geselligen und sportlichen Bereich. Keine Spieltage, monatelanges Online-Training, keine Treffen mit den Vereinskameraden. Kann das ohne negative Auswirkungen bleiben?

Durchaus mit einem gewissen Stolz in der Stimme verwies Abteilungsleiterin Jessica Günther bei ihrem Rückblick darauf, dass man in den bewegenden Corona-Monaten nur drei Mitglieder verloren habe. Sowohl bei den Aktiven-Mannschaften als auch bei den Jugendteams halten die Sportler zur Stange. Und freuen sich nun auf eine möglichst reibungslos verlaufende neue Saison. Der Verband sei Willens, die Saison auf jeden Fall durchzuziehen, informierte Günther die versammelten Handballer im Foyer der Bächlenhalle – der Heimspielstätte des VfL. Und die Treue halten den Handballern nicht nur die Mitglieder. Die Abteilungschefin bedankte sich auch bei den Sponsoren, die den Handballern allesamt erhalten blieben. "Obwohl die zum Teil auch keine einfache Zeit hatten. Wir wissen, das ist nicht selbstverständlich."

Ausführlich beleuchtete Jugendleiterin Alena Wolf die Situation im Nachwuchsbereich. Auch dieser Rückblick machte deutlich, wie schwer es ist, in solch einer Zeit zuverlässig zu planen. Die eigentlich für die neue Saison vorgesehenen A-Jugendteams im weiblichen und männlichen Bereich zog der Verein wieder zurück. Nachdem einzelne Spieler dann doch nicht mehr weitermachten, wäre die Personaldecke für diese Teams zu eng geworden. Die jugendlichen A-Jugendspieler werden nun in der neuen Saison in den jeweils zweiten Aktiventeams eine wichtige Rolle spielen. Sehr gut wieder angelaufen ist das Training bei den Jüngsten, also den Minis und der gemischten E-Jugend. "Da sind bestimmt zehn Neue dazugekommen", freute sich Wolf.

Verstärkt wolle und müsse man in Zukunft wieder auf den Aufbau im Mädchenbereich gucken. Bei der weiblichen C-Jugend kooperiert der VfL mit dem TSV Altensteig. „Das läuft super“, so Alena Wolfs Eindruck. Ansonsten wird Nagold aber keine eigenen Mädchenteams melden können. Corona hat bei den Handballern auch dafür gesorgt, dass die finanzielle Situation noch immer sehr angespannt ist. Lisa Weiß als designierte und später auch gewählte Kassiererin lieferte den Mitgliedern in ihren Kassenberichten die Grundlage für die Einführung eines zusätzlichen Abteilungsbeitrags von 30 Euro im Jahr. Wie Jessica Günther erläuterte, wird der Beitrag nicht im Jugendbereich erhoben, sondern nur bei den erwachsenen Mitgliedern. Ein Vorhaben, das offensichtlich einleuchtete. Zumindest erhoben sich keine kritischen Stimmen gegen den Zusatzbeitrag. In diesem Zusammenhang machte Jessica Günther mehr als deutlich, dass man beim VfL Nagold im Handballbereich sportlich so erfolgreich sei, wie schon lange nicht mehr. Die Männer spielen nach elfjähriger Abstinenz wieder in der Bezirksliga, und die Frauen sind gar in die Landesliga aufgestiegen. "Wir können uns nicht erinnern, dass je ein Frauenteam des VfL so hochklassig gespielt hat", freute sich Günther. Der Wermutstropfen: Sportlicher Erfolg kostet Geld, vor allem bei den Coaches. Corona traf die Handballer da doppelt hart. Denn einen wichtigen Teil ihrer Einnahmen erwirtschaften die VfL-Handballer durch das Bewirten bei Events und vor allem mit der Bewirtung bei den gut besuchten Heimspieltagen. Von denen gab es wie erwähnt in den vergangenen Monaten keinen einzigen.

Achim Ziegler, über viele Jahre Vorsitzender des Gesamtvereins, übernahm den Part der Entlastung der Verantwortlichen. Er lobte die Abteilungsleitung für ihre Arbeit in einer schwierigen Zeit. "Das ist nicht selbstverständlich." Schließlich übernahm er auch die Leitung der Neuwahlen. Im Block wurden einstimmig und offen gewählt: Jessica Günther (Abteilungsleitung), Tobias Karl (stellvertretende Abteilungsleitung / Nachfolger von Sven Adamski), Lisa Weiß (Kassiererin / Nachfolgerin von Lars Thillmann), Alena Wolf (Jugendleiterin) und Thorsten Hafner (Spielleiter). (Text und Foto: Heiko Hofmann)

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Eine seit gut eineinhalb Jahren grassierende Pandemie. Zwei abgebrochene Saisons. Und das letzte Pflichtspiel war im Oktober vor einem Jahr. All das kann gar nicht an einer Mannschaft spurlos vorübergehen. Und so fällt eine Standortbestimmung für das Landesliga-Team der Nagolder VfL-Handballerinnen schwer.
Eine der Stärken könnte die Konstanz sein. Im Prinzip steht Coach Markus Renz am 25. September 2021 zum - erneuten ¬ - Start in das Abenteuer Landesliga dasselbe Team zur Verfügung wie vor einem Jahr. Alle Spielerinnen haben dem VfL die Treue gehalten. Nominell gehören nun die ehemaligen A-Jugendspielerinnen Sarah Kunz, Mira Hofmann und Jenny Schäfer auch ganz offiziell zum Frauenkader. Und mit Sonja Brachmann kehrt sogar noch eine erfahrene wurfgewaltige Spielerin aus der Babypause zurück. Abgänge gab es in diesem Jahr vor dem Saisonstart keine zu verkraften. Doch langjährige Spielerinnen wie Liza Sehl, Jessica Günther, Nikolina Skvorc, Carolin Lenz und Lisa Weiß, die bereits vor der letzten, bekanntlich nur angespielten Saison ihren Abschied verkündet hatten, sind nach wie vor sicher nicht so einfach zu ersetzen. Mit der Standortbestimmung tut sich Markus Renz bis dato schwer. Klar ist für ihn, dass in der ersten regulären Saison in der Landesliga, der Klassenerhalt das oberste Ziel sein muss. Das wird schwer genug: In der bereits im Herbst vor einem Jahr abgebrochenen Landesliga-Premierensaison konnte der VfL Nagold nur zwei Spiele absolvieren. Beide verlor man. Doch beide Spiele machten auch Mut, denn Nagold spielte munter auf und konnte mithalten. „Da haben wir auch gesehen, dass wir ein Spiel auch in der Landesliga selbst in die Hand nehmen können“, erinnert sich Markus Renz. Das mache Hoffnung. Zumal er davon ausgeht, dass sein Team jetzt - ein Jahr später - erfahrener und weniger aufgeregt auftritt.
Ein echter Mutmacher ist die Saisonvorbereitung - zumindest was die äußeren Voraussetzungen betrifft. „Wir hatten noch nie so gute Trainingsbedingungen wie in dieser Vorbereitung“, freut sich Renz. Dankbar ist er, dass die VfL-Handballer in diesem Jahr die gesamte Ferienzeit über in der Halle trainieren durften – ein Novum, standen sonst doch immer nur die letzten Ferienwochen die Trainingshallen zur Verfügung. So können sich die VfL-Frauen mit Trainingsspielen, Trainingslager und bis zu vier Trainingseinheiten in der Woche bestens auf die Saison vorbereiten. „Den meisten merkt man auch an, dass sie nach der langen Corona-Pause auch wieder richtig Lust auf Handball haben“, berichtet der VfL-Coach. Und auch, wenn das ein oder andere Testspiel nicht so gut wie erhofft verlief, so seien doch immer positive Ansätze zu erkennen gewesen. „Diese gilt es weiter auszubauen und die negativen am besten verschwinden zu lassen“, sagt Renz. Testspiele sind für Renz denn auch in erster Linie Trainingsspiele. Zu hoch hängt er die Ergebnisse nicht. Wohlwissend: „Wir sind einfach keine Freundschaftsspiel-Mannschaft. Da halten wir uns sehr oft zurück.“ Drei Testspiele hat das Team bereits hinter sich, bis zu fünf weitere sollen in den nächsten Wochen noch folgen.
Noch ein Novum gibt es rund um die VfL-Frauen zu vermelden: In der neuen Saison wird der VfL Nagold erstmals eine zweite Frauenmannschaft stellen. „Das finde ich sehr positiv. Denn so können auch alle Spielerinnen Spielpraxis sammeln und sich weiterentwickeln“, sagt Markus Renz. Wer genau in der Zweiten auflaufen wird, das steht noch nicht ganz fest. Doch natürlich stehen die jungen Spielerinnen im Fokus – in erster Linie die Nagolder Handballerinnen im A-Jugendalter, die über die Frauen 2 auf Landesliga-Niveau der Aktiven herangeführt werden sollen. Trainiert werden die zweiten Frauen von Alexander Sehl, dem bisherigen Co-Trainer von Renz. Auch dadurch ist für eine enge Abstimmung gesorgt.
Die zweite Frauenmannschaft ist noch vor dem Landesligateam erstmals gefordert: Am Samstag, 18. September, treten sie in der Nagolder Bächlenhalle gegen die Zweite der TSG Reutlingen an. Das Landesligateam startet dann eine Woche später am 25. September auswärts bei der HSG Albstadt in die Saison.

Bu3: Als Spielmacherin kaum zu bremsen: Sophie Reime im Testspiel gegen die SG H2Ku Herrenberg 3.

Von Heiko Hofmann

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Eine Rochade gibt es auf der Trainerbank unseres Männerteams: Nachdem Veljko Saula aus beruflichen Gründen kürzer treten muss, wurd mit Emanuel Sonnenwald ein neuer Trainer verpflichtet.
»Wir sind Amateure und der Beruf geht immer vor«, macht Tobias Karl deutlich. Und deshalb hatte der stellvertretende Abteilungsleiter der Nagolder VfL-Handballer vollstes Verständnis, dass die anstehende Meisterprüfung für Veljko Saula Vorrang vor dem Trainerjob in Nagold hatte. »Er konnte die Mannschaft stets auf den Punkt motivieren und perfekt vorbereiten«, sagt Tobias Karl und dankt Veljko Saula für sein Engagement und den Anspruch, stets das Maximum aus jedem Spieler rausholen zu wollen.

Umso mehr freuten sich Abteilungschefin Jessica Günther und Tobias Karl jetzt bei der Vertragsunterzeichnung, dass mit Emanuel Sonnenwald ein sicher ebenbürtiger Trainier und »Vollblut-Handballer« verpflichtet werden konnte. Bei den VfL-Handballern setzt man vor allem auf seine Erfahrung und Handballqualität, die der Männermannschaft in der Bezirksliga weiterhelfen soll. So war der heute 36-jährige Emanuel Sonnenwald früher unter anderem bei den Stuttgarter Kickers, dem TSV Altensteig und später dann bei der SG Schozach/Bottwartal auf der Rückraummitte aktiv – und in Vaihingen schlüpfte er für ein halbes Jahr interimsmäßig in die Rolle des Spielertrainers. Mittlerweile wohnt er in Wildberg und ist in Nufringen berufstätig.

Vorrangiges Ziel in Nagold ist es jetzt vor allem, die erste Männermannschaft in der Bezirksliga zu etablieren und mit den Frauen in der Landesliga zu bestehen, wie es Jessica Günther formuliert. »In dieser Konstellation können wir richtig attraktive Heimspieltage auf die Beine stellen«, ist sie überzeugt. Bei den Männern gibt es aktuell weder Zu- noch Abgänge zu vermelden, wobei sich die Spieler individuell fitgehalten haben. Sobald wieder ein koordiniertes Mannschaftstraining möglich ist, will man in die Saisonvorbereitung einsteigen. Emanuel Sonnenwald hofft vor allem, dass sich die Rahmenbedingungen nach den langen Monaten des Corona-Lockdowns wieder verbessern und dass überhaupt eine geordnete Runde stattfinden kann. Im Training setzt er darauf, erst mal wieder Spaß und Fitness aufzubauen – und wichtig ist in seinen Augen, »dass Normalität einkehrt und wir vor Zuschauern spielen können«. Beim Aufsteiger VfL Nagold sieht er nun den Vorteil, dass die meisten anderen Mannschaften nach der langen Zwangspause auch quasi wieder bei Null anfangen müssten. Mit Blick auf die Verletzungsgefahren wird Emanuel Sonnenwald mit seinen Trainingseinheiten zunächst vorsichtig und dosiert einsteigen.

Bild: Jessica Günther und Tobias Karl (links) besiegelten die Verpflichtung von Emanuel Sonnenwald als neuem Trainer der Nagolder VfL-Handballer. (Foto: Priestersbach) Text: Uwe Priestersbach

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